Zurückgelegte Strecke: ca. 600 km
Start: Île de Ré / La Rochelle (Frankreich)
Ziel: Andorra la Vella (Andorra)
Heute wechseln wir die Welt komplett. Morgens noch Atlantik, Salzluft und flache Insel – abends Serpentinen, dünne Bergluft und ein Zwergstaat mitten in den Pyrenäen. Rund 600 Kilometer liegen dazwischen, und die letzten davon sind die schönsten.
Der Weg zieht sich quer durch Südwestfrankreich Richtung Toulouse und dann immer weiter, bis am Horizont die Pyrenäen als graublaue Wand auftauchen. Und dann fängt der spaßige Teil an: die Straße hinauf nach Andorra. Enge Kurven, Pässe, mit jedem Höhenmeter ein neuer Blick. Der Bus schnauft, wir grinsen.
Glasklarer Gebirgsbach in den grünen Pyrenäen kurz vor Andorra – GPS: 42.682 N, 1.828 E
Andorra selbst ist ein kurioses kleines Land – gerade mal 468 Quadratkilometer, eingeklemmt zwischen Frankreich und Spanien, kein EU-Mitglied, dafür ein steuergünstiges Shopping- und Tankparadies. In Andorra la Vella, der höchstgelegenen Hauptstadt Europas, reiht sich Geschäft an Geschäft. Für uns ist es vor allem ein strategischer Stopp: tanken, günstig einkaufen, Bergluft schnappen – und die Kulisse genießen, denn schön ist es hier oben allemal.
Aus der Tagesmeldung vom 27.08.2016: 600 Kilometer und acht Stunden Fahrt an einem Tag – dafür diese Kulisse
Sightseeing & Tipps
Tanken & Einkaufen. Der Hauptgrund, warum viele Reisende hier stoppen: In Andorra sind Sprit, Alkohol, Tabak und Elektronik deutlich günstiger als in den Nachbarländern, weil es fast keine Mehrwertsteuer gibt. Vor der langen Spanien-Etappe lohnt der volle Tank enorm. (Achtung: Bei der Ausreise gibt es Zollkontrollen und Mengenbegrenzungen.)
Andorra la Vella & Caldea. Die Hauptstadt ist ein einziges Einkaufszentrum. Wer statt Shopping lieber entspannt: Caldea ist ein riesiges Thermalbad-Spa mit Thermalwasser aus den Bergen – nach einem langen Fahrtag pures Gold.
Die Pässe. Die eigentliche Sehenswürdigkeit ist die Anfahrt selbst. Von Frankreich kommt man über den Port d'Envalira (mit über 2.400 m einer der höchsten befahrbaren Pässe der Pyrenäen). Traumhafte Ausblicke, aber im Winter Schnee und Ketten-Pflicht – im August kein Thema.
Wandern. Andorra ist zu 90 % Berg. Wer Zeit hat, findet rund um die Täler von Ordino und im Vall de Sorteny tolle, einsame Wanderrouten und Bergseen fernab der Shopping-Meile.
Praktisch: Andorra hat keinen eigenen Flughafen und keine Bahn – man kommt nur über die Straße rein. Genau unser Ding.