Zurückgelegte Strecke: ca. 20 km
Start: La Rochelle (Frankreich)
Ziel: Rivedoux-Plage, Île de Ré (Frankreich)
Nach dem Marathon-Fahrtag von gestern heute das komplette Gegenprogramm: kaum 20 Kilometer, dafür Meer, Sand und Zeit. Direkt vor La Rochelle liegt die Île de Ré, und der Weg dorthin ist schon ein kleines Erlebnis – über die fast drei Kilometer lange, elegant geschwungene Brücke, die die Insel mit dem Festland verbindet und unter der das Atlantikwasser durchschießt.
Unser Ankerpunkt ist Rivedoux-Plage, gleich am Inselanfang. Und die Île de Ré macht sofort das, was sie am besten kann: sie entschleunigt. Weiße Häuser mit grünen Fensterläden, Stockrosen an den Mauern, Fahrräder überall, Salzgärten, Austernbänke, endlose Strände. Das ist das mondäne, aber unaufgeregte Frankreich – hier wird nicht geprotzt, hier wird gelebt.
Wir nutzen den Tag genau so, wie die Insel es vorschlägt: Strand, Wasser, Fahrrad, gutes Essen, nichts müssen. Nach fünf Tagen Vollgas ist so ein Ruhetag Gold wert – und lädt die Akkus für das, was als Nächstes kommt: die lange Etappe runter in die Berge von Andorra.
Statt Fahrrad: Longboard und Inliner auf den autofreien Wegen der Insel – GPS: 46.171 N, 1.292 W
Aus der Tagesmeldung vom 26.08.2016: „Wir haben den atlantischen Ozean erreicht. Die Luft ist sauber. Wir genießen den Sonnenuntergang auf unserer Dachterrasse."
Sightseeing & Tipps
Rivedoux-Plage. Der erste Ort hinter der Brücke, mit langen Sandstränden auf beiden Seiten der schmalen Landzunge. Perfekt zum Ankommen, Baden und für einen ersten Austern-Teller.
Radfahren. Die Île de Ré ist ein Fahrrad-Paradies: über 100 km gut ausgebaute Radwege führen flach durch Salzwiesen, Weinberge und von Dorf zu Dorf. Wer die Insel wirklich erleben will, mietet ein Rad.
Saint-Martin-de-Ré. Der schönste Ort der Insel – ein malerischer Hafen mit Festungsanlagen des Festungsbaumeisters Vauban, die heute zum UNESCO-Welterbe gehören. Kleine Boutiquen, Eisdielen, Segelboote: absolutes Postkarten-Frankreich.
Phare des Baleines. Der „Walleuchtturm" an der Westspitze der Insel – 257 Stufen hoch, oben grandioser Rundblick über den Atlantik.
Austern & Fleur de Sel. Die Insel lebt traditionell von Salzgewinnung und Austernzucht. Beides frisch vor Ort zu probieren, gehört einfach dazu.
Praktisch: Für die Brücke auf die Île de Ré wird eine Maut fällig (im Sommer teurer als im Winter). Einmal drauf, ist die Insel klein genug, um sie ganz ohne Motor zu erkunden.