Etappe: Fahrt bis Calais + Fährüberfahrt über den Ärmelkanal
Start: Zuhause
Ziel: Dover (England)
Dieser Morgen fängt schon abenteuerlich an. Um 6:30 Uhr machen wir uns auf den Weg – rund vier Stunden Fahrt liegen vor uns, bis nach Calais, wo die Fähre auf uns wartet.
Dem Navi nach kommen wir nur acht Minuten zu spät an. Die Zeit versuchen wir natürlich aufzuholen. Doch mittlerweile werden in Belgien Distanzradarmessungen durchgeführt: Dabei wird nicht die Geschwindigkeit an einem Punkt, sondern der Durchschnitt über einen ganzen Streckenabschnitt ermittelt. Also Vorsicht!
Es kommt, wie es kommen muss: Zwischendurch landen wir noch im Stau, verpassen eine Ausfahrt – und am Ende auch unsere Fähre.
Glücklicherweise hat man uns aber ohne Zusatzkosten einen Platz auf der nächsten Überfahrt anbieten können. Glück gehabt!
Warten auf die nächste Fähre im Hafen von Calais – GPS: 50.97 N, 1.86 E
In einer halben Stunde geht's über den Ärmelkanal nach England. Von Calais nach Dover ist es die kürzeste Kanalpassage – gerade einmal rund 33 Kilometer –, und an klaren Tagen sieht man die Kreidefelsen der Gegenküste schon vom Hafen aus. Das Abenteuer kann beginnen.
Über den Ärmelkanal Richtung England – hinter dem Horizont warten die White Cliffs of Dover
Nach der Ankunft legen wir noch einen kurzen Abstecher zu den White Cliffs of Dover ein – dem weißen Tor Englands, das direkt über dem Fährhafen aufragt.
Sightseeing & Tipps
White Cliffs of Dover. Die berühmten Kreidefelsen ziehen sich über rund 13 Kilometer Küste und ragen bis zu 110 Meter hoch auf. Sie bestehen aus reiner Kreide – über Jahrmillionen aus den Überresten winziger Meeresorganismen entstanden – und sind eines der Nationalsymbole Großbritanniens. Bester Startpunkt ist das Besucherzentrum an den Langdon Cliffs mit Café und Parkplatz; von dort führt ein Küstenpfad an der Klippenkante entlang.
South Foreland Lighthouse. Zu Fuß von den Langdon Cliffs erreichbar: ein viktorianischer Leuchtturm an der Klippenkante, an dem Marconi seine ersten Funkübertragungen durchführte.
Dover Castle. Direkt oberhalb der Stadt thront eine der größten Burgen Englands – mit einem geheimen Tunnelsystem, das im Zweiten Weltkrieg als Kommandozentrale diente.
In der Nähe. Canterbury (~30 km) mit seiner weltberühmten Kathedrale (UNESCO-Welterbe) und die Küstenstädtchen Deal und Walmer (~13 km) mit den Tudor-Küstenkastellen Heinrichs VIII. lohnen den Umweg, wenn man mehr Zeit im Südosten hat.
Praktisch – Distanzradar in Belgien: Auf belgischen Autobahnen wird die Durchschnittsgeschwindigkeit über ganze Abschnitte gemessen – kurz vom Gas gehen vor der Kamera bringt hier nichts. Lieber gleich entspannt fahren. Und wer wie wir die Fähre verpasst: nicht in Panik geraten, bei uns klappte der Umstieg auf die nächste Überfahrt am Schalter problemlos und ohne Zusatzkosten. Trotzdem gilt: genug Puffer für Stau und verpasste Ausfahrten einplanen.