Zurückgelegte Strecke: ca. 495 km
Start: Málaga (Spanien)
Ziel: Costa Cálida bei Murcia / La Manga (Spanien)
Heute heißt es wieder: Küste rauf. Von Málaga aus fahren wir die spanische Mittelmeerküste nach Nordosten – vorbei an der Costa Tropical, der Costa de Almería mit ihren fast wüstenhaften Landschaften, bis zur Costa Cálida, der „warmen Küste" rund um Murcia. Rund 495 Kilometer Mittelmeer zur Rechten, karge Berge zur Linken.
Abschied von Málaga: die Kathedrale über dem Hafen, davor die geschwungenen
Dächer der Promenade – GPS: 36.720 N, 4.420 E
Der „Malagueta"-Schriftzug am Stadtstrand – der letzte Blick, bevor es die
Küste hinaufgeht – GPS: 36.719 N, 4.428 E
Diese Etappe ist so ein typischer Reisetag zwischen den großen Höhepunkten – die Strecke, die viele überspringen würden, die aber ihren eigenen Reiz hat. Die Landschaft Südostspaniens ist trocken, weit und rau, fast afrikanisch. Kein Wunder, dass in der Wüste von Tabernas ganze Westernfilme gedreht wurden.
Unser Etappenziel liegt an der Küste bei Murcia – ein ruhiger Übernachtungsplatz am Meer, weit weg vom großen Touristenrummel. Genau richtig, um einmal durchzuatmen. Denn morgen wartet der nächste ganz große Name der Reise: Barcelona.
Sightseeing & Tipps
Mar Menor & La Manga. Das Herzstück der Costa Cálida ist der Mar Menor – die größte Salzwasserlagune Europas, durch eine schmale, über 20 km lange Landzunge (La Manga) vom Mittelmeer getrennt. Das Wasser der Lagune ist flach, warm und sehr salzig, teils mit Heilschlamm. Ein kurioser Ort: Auf der einen Seite Lagune, auf der anderen offenes Meer – dazwischen nur ein paar Hundert Meter.
Cartagena. Wenig überlaufene Hafenstadt mit über 2.000 Jahren Geschichte – die Karthager gründeten sie, die Römer bauten sie aus. Sehenswert: das freigelegte römische Theater, der Hafen und die modernistische Architektur. Ein perfekter Zwischenstopp.
Wüste von Tabernas. Etwas westlich der Route, in der Provinz Almería, liegt die einzige echte Wüste Europas. Hier entstanden Klassiker des Italowesterns – die Filmkulissen (Fort Bravo / Oasys) kann man heute besuchen.
Cabo de Gata. Wer Zeit und Lust auf einsame Buchten hat: Der Naturpark Cabo de Gata-Níjar an der Costa de Almería gehört zu den schönsten und wildesten Küstenabschnitten Spaniens – vulkanische Felsen, glasklares Wasser, kaum bebaut.
Praktisch: Auf dieser langen Küstenstrecke wechseln sich Autobahn (teils mautpflichtig) und kostenlose Nationalstraßen ab. Wer Zeit hat, nimmt streckenweise die Küstenstraße – langsamer, aber schöner.
ℹ️ Was sich seit 2016 geändert hat
Das Mar Menor kämpft seit Jahren mit einer schweren Umweltkrise: Überdüngung aus der umliegenden Landwirtschaft ließ die Lagune mehrfach „umkippen" (2016 kam es zur berüchtigten „grünen Suppe", 2019 und 2021 zu großem Fischsterben). Als Reaktion darauf verlieh Spanien der Lagune im September 2022 als erstem Ökosystem Europas eine eigene Rechtspersönlichkeit – seither kann das Mar Menor rechtlich vertreten und geschützt werden.